BEETHOVEN IN AFRIKA - Abschiedskonzert von Ekkehard Klemm am 26.03.2022

Pressemitteilung vom 17.03.2022

BEETHOVEN IN AFRIKA
Abschiedskonzert von Ekkehard Klemm
26. März 2022, 20.00 Uhr Kreuzkirche Dresden


Beethoven in Afrika – Unter diesem Titel werden am 26. März 2022 in der Kreuzkirche Dresden
Musik aus Afrika des Djembe-Spielers Pape Samory Seck, die Mass des südafrikanischen Komponisten Peter Klatzow und Ausschnitte aus Beethovens Missa Solemnis zu hören sein. Die Mass und die Missa solemnis werden vom Großen Chor der Singakademie Dresden Chor und der Elbland Philharmonie Sachsen präsentiert. Ausführende Solist:innen sind Andiswa Makana (Sopran), Abongile Fumba (Alt), Thembi Nkosi (Tenor) und Egbert Junghanns (Bass).


Es ist mir eine große Freude, noch einmal ans Pult der Singakademie Dresden treten zu dürfen und mich mit einem Programm zu verabschieden, das an die Kontraste vieler Konzerte der letzten Jahre anknüpft. „Beethoven in Afrika“ ist der Abend überschrieben und erinnert damit auch an einen besonders eindrucksvollen Abend im Jahr 2005, als es „Bach in Armenien“ hieß und Jahrhunderte alte Sharakans sowie eine zeitgenössische Sinfonie von Avet Terterian im Kontext zu Bach erklangen.

 

Es war 2015, als ich anlässlich eines Gastspiels in Johannesburg beim dortigen Mozart-Festival – vermittelt von Florian Uhlig, dem Künstlerischen Leiter dieses Festes und meinem damaligen Dresdner Kollegen, eingeladen von Richard Cock, dem Spiritus Rektor vor Ort – nicht nur Mozarts Requiem dirigieren durfte, sondern davor die Mass des südafrikanischen Komponisten Peter Klatzow (1945 – 2021). Beide, Cock und Klatzow gehören zu den wichtigsten Künstlern des Landes und haben in und mit ihrer Tätigkeit unzählige Brücken gebaut, beschritten und auch überwunden.

 

Richard Cock war es, mit dem wir 2018 die Idee einer Kontinente umspannenden Realisierung des WarRequiems von Benjamin Britten umsetzten und dabei ca. 400 Menschen aus Deutschland und Südafrika mit diesem Werk und der Motette „Wie liegt die Stadt so wüst“ von Rudolf Mauersberger bekannt machten, fast die Hälfte davon Kinder und Jugendliche verschiedener Kinderchöre und des Sächsischen Landesjugendorchesters. Dabei lernten wir auch Andiswa Makana kennen, die Sopranistin des Konzertes am 26. März – die Idee, aus Anlass des Beethoven-Jubiläums eine Missa solemnis mit einem komplett ‚afrikanischen cast‘ zu besetzen und das Werk mit traditioneller afrikanischer Musik und Peter Klatzow zu kontrastieren, war geboren! Die Corona-Pandemie sorgt nun dafür, dass Gloria und Credo nicht erklingen können, eine Praxis, die sich allerdings auf Beethoven berufen darf. Nach einer in St. Petersburg erfolgten Uraufführung (wahrscheinlich) des Gesamtwerkes erklangen 1824 zunächst nur Kyrie, Gloria und Agnus Dei. Teilaufführungen gab es in Wien auch 1827, darüber hinaus in Frankfurt, Aachen und
Elberfeld. Eine Aufführung dreier bedeutender Ausschnitte ist wohl damit einigermaßen gerechtfertigt – umso mehr, wenn sie durch eine komplette Messe eines zeitgenössischen Komponisten kontrastiert wird.

 
Das Werk von Peter Klatzow teilt den Messetext in die üblichen fünf Abschnitte. Dem Chor ist ein Streichorchester, ein Solo-Horn und ein Marimbaphon-Part gegenübergestellt. Klatzow, der Ende Dezember 2021 an einer Herzinsuffizienz im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion überraschend verstarb, liebte dieses Instrument ganz besonders und hat dafür mehrere Werke hinterlassen. Er verband damit auch den tiefen Respekt zur Gruppe der asiatisch, insbesondere indisch geprägten Bevölkerung seines Heimatlandes. Harmonisch ist Klatzows Stil weitgehend tonal orientiert, die Studien bei Nadia
Boulanger in Paris jedoch sind nicht zu überhören – französisch inspirierte impressionistische Farben durchziehen das gesamte Werk. Umrahmt wird der Abend durch einen senegalesischen Djembe-Spieler: Pape Samory Seck wird damit die Musik Beethovens und Klatzows in einen größeren, anderen Zusammenhang rücken und uns die Ohren und Sinne für jene Klänge öffnen, die genauso zum Reichtum der Kulturen gehören und von der ‚Klassikszene‘ so oft vergessen werden. In diesem Sinne wünsche ich der Singakademie und ihrem Publikum alles Gute und bedanke mich für 17 tolle Jahre, von denen die meiste Zeit meine Frau Katrin mich ehrenamtlich am Klavier als Repetitorin unterstützt hat. Kunst lebt vom Wechsel. Es ist deshalb Zeit für die jüngere Generation. Sie möge diese wundervolle Aufgabe und diese wunderbare Gemeinschaft mit inspirierenden neuen Ideen beleben!

 
Ekkehard Klemm

Zeit und Ort: Samstag, 26. März 2022, 20 Uhr – Kreuzkirche Dresden
Eintritt: 20 €, ermäßigt 17 € | (7€ für unter 25-Jährige) | Es gilt die 3G-Regel
Karten: www.singakademie-dresden.de, www.reservix.de (zzgl. Vorverkaufsgebühr) und an allen bekannten VVK-Kassen
Abendkasse eine Stunde vor Konzertbeginn.

 

Pressekontakt:
Ulrike Jacob
SINGAKADEMIE DRESDEN e.V.
Loschwitzer Straße 32
01309 Dresden
Tel.: 0351/ 31 61 715
info@singakademie-dresden.de
www.singakademie-dresden.de

Top