Kammerchor der Singakademie Dresden

Zur Arbeit des Kammerchors

A Cappella

Was die Kammermusik für ein Sinfonieorchester bedeutet, stellt das A-cappella-Singen für einen Chor dar: es ist die ständige Pflege des besonders sensiblen Reagierens, Aufeinander-Hörens, der flexiblen Stimmgebung und des sauberen Intonierens. Der Kammerchor der Singakademie arbeitet dabei ebenso an weltlicher (Madrigale von Hassler oder Gesualdo, Lieder von Mendelssohn, Brahms, Schumann bis hin zum Volkslied) wie geistlicher Literatur (Motetten, Passionen, Messen von Schütz über Bach bis zur Moderne).

In den letzten Jahren erklangen Werke von Josquin, Palestrina, Schütz, Purcell, Verdi, Pärt, Denissow und Rautavaara, Passionskonzerte mit Werken von Obrecht und Schütz sowie die "Lukaspassion" und "Eine geistliche Sommermusik" von Rudolf Mauersberger (gemeinsam mit dem Großen Chor).

Bach-Pflege

Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Pflege der Oratorien Johann Sebastian Bachs. Hierbei setzt die Singakademie auf den besonderen Akzent, stellt der Johannes-Passion jene von Arvo Pärt gegenüber, durchbricht die Kantaten des Weihnachtsoratoriums mit liturgischer Musik aus Armenien oder stellt dem "Magnificat" die Uraufführung der "Confessio Saxonica" von Manfred Weiss gegenüber. In einem besonderen Projekt mit Bachs Messe in h-Moll wurden Uraufführungen von Reiko Füting, Wilfried Krätzschmar und Alexander Keuk initiiert und uraufgeführt, die zunächst den einzelnen Teilen der Messe gegenübergestellt wurden, ehe in einem Doppelkonzert alle neuen Werke und die komplette Messe erklangen. 2016 werden dem Weihnachtsoratorium von Bach Kantaten von Jörg Herchet entgegengestellt. Ab 2017 erklingen die lutherischen Messen Bachs im Kontext zu Uraufführungen junger und jüngster Komponistinnen und Komponisten.

Barock und Klassik - Dresdner Repertoire

Mit Haydns "7 Worten des Erlösers am Kreuz" stand zu Beginn der Amtsübernahme von Ekkehard Klemm ein wichtiges Werk der Wiener Klassik auf dem Programm, das in seiner Besonderheit eine Linie selten zu hörender Werke begründete. Hierzu zählen z.B. das "Stabat mater" von Franz Schubert oder im Jubiläumsjahr 2009 auch "Die letzten Dinge" von Louis Spohr. Mit Erfolg setzte sich der Kammerchor für Werke Dresdner Komponisten ein: im 800. Jahr (2006) der Stadt Dresden prägten Dresdner Komponisten die Konzerte. In Maßstab setzender Weise wurden bspw. die Messen von Carl Maria von Weber mit einer Uraufführung ("3 in 1" von Ekkehard Klemm) gekoppelt. Der Clou: sowohl die beiden Messen als auch das neue Werk wurden auf historischen Instrumenten musiziert.

Moderne

In stärkerem Maße widmet sich der Kammerchor der neuen Musik. Werke von Pärt, Britten, Schnittke, Denissow, Herchet, Rautavaara, Terterian und anderen sind in letzter Zeit erklungen. Hierzu zählen gelegentlich auch Werke des Musiktheaters wie z.B. "Romeo und Julia" von Boris Blacher.

Aufführungsorte sind verschiedene Dresdner Kirchen (Kreuz-, Lukas-, Heilig-Geist-, Friedenskirche Radebeul) sowie zahlreiche Orte der sächsischen Region, so z.B. das Kloster St. Marienstern in Panschwitz-Kuckau.

Es liegt der Singakademie viel daran, dass die Mitglieder des Kammerchores regelmäßig auch im Großen Chor mit proben und singen.

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