24. Oktober, 17.00 Uhr

Kreuzkirche Dresden

Felix Mendelssohn-Barholdy

Paulus

Soli
Großer Chor der Singakademie Dresden

Elbland Philharmonie Sachsen

Michael Käppler | Leitung

Es wäre beschönigend, die existenziellen Brüche in der Biographie des Paulus „Übergänge“ zu nennen. Von plötzlicher Blindheit aus seinen Vernichtungsplänen gerissen, stellt er seinen bisherigen Lebensentwurf komplett in Frage und wandelt sich vom Christenverfolger zum Botschafter eines neuen Gottesbildes.

Glauben – so predigt er fortan – solle nicht das Ergebnis eigener Leistung, sondern ein Geschenk sein. Mendelssohns 1836 uraufgeführte Vertonung des Paulusstoffs wurde zunächst frenetisch bejubelt, so z.B. von Robert Schumann, der dem Werk versöhnende Kräfte zuschrieb: „Hier wirst du zum Glauben und zur Hoffnung gestimmt und lernst deine Menschen wieder lieben“.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts jedoch mischten sich zur Begeisterung – nicht zuletzt auch im Gefolge Richard Wagners antijüdischer Angriffe – kritische Untertöne. So bescheinigte George Bernhard Shaw dem Werk „Sonntagsschul-Sentimentalitäten“ und „trostlose Fugen-Fabrikation“. Nichtsdestotrotz ist sicher, dass Mendelssohns „Paulus“ zu den bedeutendsten Oratorien des 19. Jahrhunderts gezählt werden kann und noch heute mit seiner natürlichen und intuitiven musikalischen Sprache Menschen berührt.

 

Konzertort

Kreuzkirche Dresden
An der Kreuzkirche 6
01067 Dresden



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