Profil

Fünf Chöre – eine Chorfamilie

Unter dem Namen Singakademie Dresden finden sich die verschiedenen Ensembles

allwöchentlich zusammen, um Chormusik verschiedenster Stilepochen gemeinsam einzustudieren und Konzertaufführungen auf hohem Nievau vorzubereiten. Dabei wird der Kinderchor regelmäßig in die Aufführungen des großen Chores eingebunden. Der Seniorenchor ermöglicht es älteren und erfahrenen Chorsängerinnen und -sängern, auch nach ihrer aktiven Zeit im großen Chor, weiterhin auf angemessenem Niveau zu singen und aufzutreten und ist auch offen für Chorinteressierte außerhalb der Singakademie.

Akademiegedanke

Gemäß der Bezeichnung Singakademie finden neben dem Angebot professioneller Stimmbildung für die Chormitglieder auch Konzerteinführungen und eigene Vortragsveranstaltungen statt. Regelmäßig und besonders in Vorbereitung größerer Konzertprojekte werden zudem Probenwochenenden veranstaltet. Aus Anlass von Uraufführungen finden Begegnungen mit Komponistenpersönlichkeiten statt und werden öffentliche Proben in Bildungseinrichtungen abgehalten. Besonderes Augenmerk richtet sich auf die Zusammenarbeit mit jungen Künstlerinnen und Künstlern, z. B. mit Studierenden der Fächer Gesang und Dirigieren. So finden in Kooperation mit dem Dirigentenforum des Deutschen Musikrates Dirigierseminare statt und assistieren junge Absolventinnen und Absolventen der Musikhochschule den Chorleitern.

Kontraste

In den Konzertprogrammen der Singakademie nehmen neuere sowie selten erklingende Werke einen besonderen Raum ein. Das Augenmerk in der Programmgestaltung liegt hierbei auf dem künstlerischen Kontrast. Die Reihe der 2004 begründeten Adventsstern-Konzerte steht stellvertretend dafür. In diesen alljährlich stattfindenden Konzerten erklangen neben Kantaten des Bachschen Weihnachtsoratoriums Werke von Arvo Pärt und Benjamin Britten oder wurden armenische Sharakans der 6. Sinfonie Awet Terterians gegenübergestellt. Bachs Magnificat kontrastierte mit der „Conefessio saxonica“ von Manfred Weiss und im Folgejahr stand die spektakuläre Uraufführung „MenschenZeit“ von Lothar Voigtländer zwischen zwei französischen Barockkompositionen. Aber auch in anderen Programmen sind Kontraste angesagt: Motetten von Melchior Franck standen neben Musik aus Estland, Russland oder Ungarn. Die Johannespassionen Bachs und Pärts erklangen an einem Wochenende hintereinander. Webers Messen umrahmten eine Uraufführung des Chorleiters Ekkehard Klemm. Selten aufgeführte Werke wie z. B. Dvořáks „Geisterbraut“, Schumanns „Faust-Szenen“, Blachers „Großinquisitor“ oder Szymanowskis „Stabat mater“ erklangen in denkwürdigen Aufführungen und zählen zu den Höhepunkten der letzten Jahre.

Traditionen

Die Namen großer Musikerpersönlichkeiten wie Fritz Busch, Kurt Masur, Martin Flämig, Christian Hauschild, Hans-Christoph Rademann und Ekkehard Klemm prägen die Geschichte der Dresdner Singakademie. In einer Vielzahl von Konzerten großer klassisch-romantischer Chormusik erklingen u. a. regelmäßig Carl Orffs „Carmina Burana“, Beethovens 9. Sinfonie, das „Deutsche Requiem“ von Brahms, Haydns „Schöpfung“, Mendelssohns „Elias“ und die Requiemvertonungen von Mozart und Verdi. Ebenso pflegt der Chor anspruchsvolle A-capella-Literatur wie die Lukas-Passion von Rudolf Mauersberger, die sich seit 2006 im Repertoire befindet. Die „Geistliche Sommermusik“ Mauersbergers wurde von der Singakademie nach einer Aufführung im Jahr 2015 auf CD eingespielt.

Unterwegs

Als größtem Laienchor im sächsischen Raum ist es der Singakademie Dresden Ehre und Verpflichtung, mit Konzerten sowohl in der Region als auch über diese hinaus präsent zu sein. Eine regelmäßige Zusammenarbeit verbindet sie mit den Landesbühnen Sachsen und der Elblandphilharmonie. Gastspiele der letzten Jahre führten den Chor u. a. an die Theater in Bad Elster und Plauen, an die Jenaer Philharmonie, den Dom zu Zwickau und an das Konzerthaus Berlin. Die Singakademie reiste nach Salzburg, Teplice und Prag, nach München und Stuttgart. Der Kammerchor gastierte in den USA, der Große Chor in Großbritannien mit Konzerten in Stratfort upon Avon, Coventry und Oxford, der Kinderchor in Ungarn und ebenfalls in den USA. Zuletzt fand im Herbst 2018 eine große Reise mit Brittens „War Requiem“ von Kinderchor und Großem Chor nach Südafrika statt. Kommendes großes Gastspielerlebnis wird anlässlich des 140-jährigen Bestehens der Singakademie Dresden die Reise des Großen Chores nach Trondheim in Norwegen sein, auf welcher eine Aufführung von Mendelssohn-Bartholdys „Elias“ gemeinsam mit den Tronheimsolistene und norwegischen Musikerinnen und Musikern auf dem Programm steht. Zum Auftakt der Reise wird selbiges Werk in der Dresdner Kreuzkirche zu hören sein.